Vier Bilder eines Hypotones Kind krabbelt mit Hilfe einer Hose, deren Beine an den Oberschenkeln zu einem Drittel zusammengenäht sind

17.08.2015

Abends haben wir uns im ZiFF zur Bobath-AG getroffen. Als Thema hatten wir uns die Tonusregulation vorgenommen, es kamen aber so viele Fragen zum Thema Hypotonie auf, dass aus den geplanten 2 Stunden schließlich 2,5 Std. intensiver Arbeit zum Hypotonie wurden. Wir haben viele Anregungen, Antworten und auch neue Fragen gefunden. Darunter waren auch ein paar Tips, die sicherlich hilfreich sein können und einfach umzusetzen sind. Sie beziehen sich vor allem auf das Anbahnen des Krabbelns:

  • der Boden sollte nicht rutschig sein, statt Parkett und Laminat ausnahmsweise lieber Teppich oder Teppichboden oder auch Puzzle-Matten z. B. von Chicco (bei ebay ca. 20 €) oder ein  großes Zahlenpuzzle, das beliebig erweitert werden kann
  • eine Teilnehmerin gab den Tipp, die Zehen von Stoppersocken abzuschneiden und sie als Stulpen mit den Noppen nach vorne über die Knie der Kinder zu ziehen, um ihnen mehr Rutschfestigkeit zu geben. Diese Stulpen kann man auch kaufen, aber sie sind oft nur kurz passend und werden schnell zu eng. Außerdem sind sie teuer. Es gibt natürlich auch Socken mit Gumminoppen auf dem Fußrücken zu kaufen und Strumpfhosen mit Noppen an den Knien und an den Füßen. Aber sie rutschen häufig so sehr, dass sie das Krabbeln nicht mehr unterstützen.
  • eine weitere Idee hat eine meiner Patientenmütter sehr kreativ und erfolgreich umgesetzt:
    man kann die inneren (medialen) Nähte von Shorts und Hosen aus festem Stoff, z.B. Jeans, im Bereich der Oberschenkel zusammennähen, um das Auseinanderrutschen der Knie beim Krabbeln deutlich zu reduzieren ohne die Selbständigkeit in der Fortbewegung wesentlich zu beeinflussen. Im Gegenteil, es fördert sie sehr! Ein Beispiel für solch eine Lösung habe ich heute morgen gefilmt

Kirsten Bejarano-Gerke
(Bobath – Lehr- und Physiotherapeutin)

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