Selbstständigkeit und Spiel | ZiFF-Fortbildungen

Brettspiele können in der Therapie eine einfache und zugleich motivierende Möglichkeit sein, motorische Aktivität, Koordination und gemeinsames Handeln miteinander zu verbinden. Besonders hilfreich sind Spielbretter, bei denen die Plätze für die Spielfiguren versenkt sind. Diese Spielbretter können Kindern helfen, selbständiger zu spielen. Die Felder sind klarer erkennbar, die Figuren lassen sich leichter platzieren und bleiben besser an ihrem Platz.


Brettspiele als therapeutischer Praxisimpuls

Auf einem Weihnachtsmarkt in Münster entdeckte Kirsten Bejarano Gerke besondere Holzspiele. Seitdem nutzt sie solche Spiele mit kleinen und größeren Patienten in der Therapie. Vergleichbare Spiele werden z. B. durch die Höpinger Spiele Werkstatt angeboten: vom traditionellen „Mensch ärgere dich nicht“ über weniger bekannte Spiele bis hin zu originellen Brettspielen.

Warum versenkte Spielfelder hilfreich sind

Neben stabilen, glatten Holzspielbrettern werden viele Spiele auch auf Brettern mit versenkten Plätzen für die Spielfiguren angeboten. Diese Vertiefungen können für Kinder besonders hilfreich sein. Die Löcher sind eindeutiger zu erkennen, die Figuren sind einfacher zu platzieren, sie verrutschen weniger, fallen kaum um und kullern nicht so leicht vom Brett.

Einsatzmöglichkeiten in der Therapie

Die Spiele eignen sich gut für therapeutische Situationen, in denen Spielen mit motorischen Aufgaben verbunden wird. Sie können zum Beispiel im Rahmen einer motorischen Aktivität eingesetzt werden, etwa beim Stützen über einem Erdnussball oder Pezziball. Auch Aufgaben wie das Transportieren von Materialien von einem Ort zum anderen lassen sich mit dem Spiel verbinden. Dadurch können Bewegung, Aufmerksamkeit, Koordination und Handlungsplanung in eine alltagsnahe Spielsituation eingebunden werden.

Für welche Kinder können die Spiele hilfreich sein?

Besonders bei Patienten mit Koordinationsschwierigkeiten und Tonusschwankungen haben sich die Spiele bewährt. Das Setzen oder Legen der Figuren ist weniger frustrierend, weil das Ziel leichter zu treffen ist und die Figuren stabiler stehen bleiben. Die Spiele gibt es in verschiedenen Größen: von etwa 25 cm über die übliche Brettgröße von 30 cm bis hin zu besonders großen Brettern von etwa 50 cm. Dadurch kann je nach Sehfähigkeit, Greifmöglichkeit und Bewegungsradius eine passende Größe gewählt werden.


Weitere Spiel- und Übungsmöglichkeiten

Neben verschiedenen Brettspielen gibt es auch Setzbretter für das kleine und große Alphabet sowie ein Brett für die Zahlen von 1 bis 9. Auch diese Varianten können mit versenkten Plätzen genutzt werden. Mehrere Patienteneltern haben solche stabilen Holzspiele ihren Kindern zum Geburtstag, zu Weihnachten, für eine längere Reise oder vor einer Operation geschenkt. Die Spiele werden gerne gemeinsam genutzt, auch mit den Großeltern.

Warum die Spiele Selbständigkeit unterstützen

Die versenkte Platzierung kann Kindern helfen, selbständiger am Spiel teilzunehmen. Sie sind weniger darauf angewiesen, dass jemand für sie setzt oder die Figuren auf dem Brett sichern muss. Dadurch kann das Spielen entspannter, selbständiger und für alle Beteiligten weniger frustrierend werden. Auch für die Arbeit mit Senioren können solche Gesellschaftsspiele gut geeignet sein.

Fazit: Mehr Teilhabe durch angepasste Spielmaterialien

Brettspiele mit versenkten Spielfeldern können eine einfache Unterstützung im therapeutischen Alltag sein. Sie erleichtern das Platzieren von Figuren, reduzieren Frust und ermöglichen Kindern mehr Selbständigkeit beim Spielen. Gerade in Verbindung mit motorischen Aufgaben können sie dazu beitragen, Koordination, Handlungsplanung und Teilhabe spielerisch zu fördern.

Fachlich vertiefen

Themen wie Motorik, Koordination, Handlungsplanung, Teilhabe und Bobath-Therapie werden in verschiedenen Fortbildungen im ZiFF fachlich aufgegriffen und praxisnah vertieft.
Eine passende fachliche Vertiefung  bietet der, Bobath-Refresher-Kurs – Spielzeug und Alltagsmaterialien insbesondere für erfahrene Bobath-Therapeuten.


Dieser Praxisimpuls stammt von Kirsten Bejarano, Leiterin des Bobathbereichs (DGfBT) im ZiFF.

Kirsten Bejarano
Senior – Bobath – Lehr- und Physiotherapeutin

zum Seitenanfang