ZiFF-Tipp: Noch ein Tor!| ZiFF-Fortbildungen

Motivation ist eine wichtige Grundlage jeder Therapie. Wenn ein Kind mit Freude und Interesse bei einer Aufgabe bleibt, kann eine therapeutische Übung leichter in ein Spiel eingebunden werden. Fingerfußball ist dafür ein einfacher und motivierender Praxisimpuls. Das Spiel greift die Freude an Bewegung, Wettbewerb und kleinen Spielsituationen auf und verbindet sie mit feinmotorischen Anforderungen.

Fingerfußball als therapeutischer Praxisimpuls

Fingerfußball ist ein netter Zeitvertreib für zwischendurch und zugleich eine spielerische Übung zur Förderung von Feinmotorik und Fingerdifferenzierung. Besonders für kleine Fingerkicker kann die Aufgabe sehr motivierend sein. Spektakuläre Torszenen, kleine Dribblings und Übersteiger sind mit ein bisschen Übung möglich. Die Abseitsregel ist dabei in jedem Fall außer Kraft gesetzt.


Materialien und Vorbereitung

Fingerfußball lässt sich mit wenigen Materialien umsetzen. Es kann mit Fingerfußballschuhen wie „Kickfinger“ oder einfach „barfinger“ gespielt werden. Als Ball eignen sich zum Beispiel:

Die Tore können aufgemalt oder einfach markiert werden. Auch ein ausgedrucktes Bild kann als Spielfeld oder Torvorlage genutzt werden.


Was beim Fingerfußball gefördert werden kann

Beim Fingerfußball werden Spielmotivation, Bewegung und feinmotorische Steuerung miteinander verbunden. Die Aufgabe kann dadurch unterschiedliche therapeutische Ziele unterstützen.
Angesprochen werden unter anderem:

  • Feinmotorik
  • Fingerdifferenzierung
  • Hand-Auge-Koordination
  • Kraftdosierung
  • Bewegungsplanung
  • Aufmerksamkeit
  • Konzentration
  • Ausdauer in einer spielerischen Aufgabe

Durch das gezielte Bewegen einzelner Finger entsteht eine kleine, überschaubare Spielsituation mit hohem Aufforderungscharakter.

Hinweis zur Anwendung

Fingerfußball kann flexibel an das Kind, die Situation und das therapeutische Ziel angepasst werden. Die Größe des Spielfeldes, die Art des Balls und die Schwierigkeit der Aufgabe können variiert werden. So kann das Spiel kurz als motivierender Einstieg, als feinmotorische Übung oder als kleine Aktivität zwischendurch eingesetzt werden.

Fazit: Spielerisch motivieren und Feinmotorik fördern

Fingerfußball verbindet Motivation, Spiel und feinmotorische Aktivität auf einfache Weise. Das Kind erlebt eine klare Spielsituation und arbeitet zugleich an Fingerdifferenzierung, Koordination und Kraftdosierung. Gerade weil das Spiel leicht vorzubereiten ist, kann es gut in therapeutische Situationen eingebunden werden.

Themen wie Feinmotorik, Grobmotorik, Wahrnehmung, motorische Planung, Handlungsplanung und Sensorische Integration werden zum Beispiel im Bereich Sensorische Integration fachlich aufgegriffen und praxisnah vertieft.


Dieser Praxisimpuls stammt von Karin Hirsch-Gerdes und Birgit Pammé, den Leiterinnen des Bereiches Ergotherapie und der zertifizierten Kursreihe in Sensorischer Integration (DGfSI – Deutsche Gesellschaft für Sensorische Integration e. V.) im ZiFF.

Karin Hirsch-Gerdes
SI-Lehrtherapeutin und Bobath-Ergo-Lehrtherapeutin, Haus der Ergotherapie

Birgit Pammé
SI-Lehrtherapeutin und Bobath-Ergo-Lehrtherapeutin, DKSB Essen

(ursprünglich veröffentlicht 2016, redaktionell überarbeitet 2026)

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