Fortbildungen

In Laufe von mehr als 20 Jahren ist unser Spektrum immer umfangreicher geworden. Viele Themen haben nicht wir uns ausgedacht, sondern die Themen kamen zu uns, oft gleich Hand in Hand mit wunderbaren Dozenten.

Kurse

Nahezu jeder Kurs ist so gestaltet, dass erworbenes Wissen schon am nächsten Arbeitstag umgesetzt werden kann. Dazu kommt die Vernetzung vieler Kurse und die Einbindung in Ausbildungen im Baukastensystem.

Dozenten

Unsere Dozenten sind Teil eines über 20 Jahre gewachsenen Teams mit einem hohen Grad an interdisziplinärer Zusammenarbeit. Viele kennen die Inhalte des jeweils anderen und stellen häufig Bezüge zu den Kursinhalten der Kollegen her.
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Unter einem Trauma (aus dem Griechischen: „Wunde“) versteht man eine psychische, mentale oder seelische Verwundung und die ihr folgende Beeinträchtigungen. Krieg, Tod, Flucht, Folter, Gewalt – das sind nur einige jener Erfahrungen, die zu der vermehrten Entstehung psychischer Störungen beitragen. Allein im Jahr 2014 suchten mehr als 200 000 geflüchtete Menschen Asyl in Deutschland. 2015 verfünffachte sich diese Zahl auf knapp 1,1 Millionen.

Erhebungen zufolge leiden Flüchtlinge bis zu zehn Mal häufiger unter psychischen Erkrankungen. Doch viele psychische Störungen werden nicht erkannt oder als Schizophrenie oder Psychosen fehldiagnostiziert. Es mangelt an medizinischen Ressourcen und Dolmetschern. Das am häufigsten übersehene Krankheitsbild ist dabei die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), für deren Behandlung es oft einer ausführlichen Traumaberatung oder Therapie bedarf. Im Asylverfahren kann häufig nicht berücksichtigt werden, dass Menschen mit einer Herkunft aus Krisengebieten oft aufgrund ihrer Erlebnisse unter Traumata leiden. Und auch wenn sie körperlich unversehrt den Weg in ihr Zielland schaffen, bleiben tiefe Wunden in ihrer Seele zurück.

Die Behandlung von Traumapatienten ist ein umfangreiches Arbeitsfeld, gerade, weil kein Trauma wie das andere ist. Auch gibt es keine Regel dafür, welche Ereignisse überhaupt und bei wem ein Trauma hervorrufen werden und in welchem Schweregrad sich dieses letztendlich manifestiert. Traumatisierende Erfahrungen wie Krieg, Tod, Gewalt, Folter oder Vergewaltigung treiben die Wahrscheinlichkeit eines Folgetraumas allerdings unbestreitbar in die Höhe.

Gerade bei jungen Flüchtlingen wiegen, auf Grund ihres fehlenden Lebensalters, Schutzfaktoren wie die soziale und familiäre Unterstützung, positive vergangene Erfahrungen und sinnhafte Einordnung der Ereignisse durch Verlust von Familienmitgliedern schwer und fallen häufig weg.

Stressbelastungen für Flüchtlinge hören nicht mit der Ankunft im Zielland auf. Hier werden sie mit Fremden in beengenden Unterkünften untergebracht, können sich nicht immer ausreichend verständigen, haben kaum Möglichkeiten und leben mit der ständigen Angst vor Ablehnung und Abschiebung. Eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten und Arbeitsverbot, Armut sowie der eingeschränkte Zugang zu therapeutischer Behandlung lassen den Alltag in der Flüchtlingsunterkunft trist aussehen.

Vollkommen aus ihren gewohnten Strukturen heraus geworfen und ohne klare Perspektive für die Zukunft ist es oft schwierig, sich selbst du vergangene und gegenwärtige Ereignisse in das eigene Weltbild einzuordnen. Bedingungen des Aufenthalts im Exil im direkten Zusammenhang mit der Verbesserung oder Verschärfung psychischer Erkrankungen. Dauer des Aufenthalts in Aufnahmezentren sowie Unsicherheit des Aufenthaltsstatus haben nachgewiesen direkt nachteilige Wirkung auf die psychische Konstitution von Geflüchteten.

Beschwerden durch eine PTBS lassen sich häufig auf bestimmte traumatische Ereignisse zurückführen. Sie zeigen sich über einen längeren Zeitraum und können sogar erst Jahre später einsetzen, die Betroffenen plagen und in ihrem täglichen Leben beeinträchtigen. Häufiges Symptom der PTBS sind sich wiederholende, aufdringliche Erinnerungsbilder, Alpträume und Flash-Backs. Der Betroffene erlebt vergangene Situationen immer und immer wieder. Er kann das Ereignis nicht wie eine normale Erinnerung speichern, sie bleibt unverarbeitet. Gerade in Situationen, die an das Trauma erinnern, kann es so zu starken seelischen und körperlichen Reaktionen kommen. Auslöser eines solchen Wiedererlebens können dabei vielseitig sein. Orte, Personen, aber auch Gerüche oder Geräusche können als Auslöser von Angstepisoden wirken. So wird auch die Vermeidung des Erlebten zu einem Traumasymptom. Diese Vermeidung kann bewusst, also als aktive Vermeidung von Gewaltdarstellungen, Ruhephasen, die eine Reflektion über das Geschehende zulassen könnten, oder Gespräche darüber, oder unbewusst, in Form von Gefühllosigkeit, sozialer Isolation, Vergesslichkeit oder gar Amnesie auftreten. Auch Schlafstörungen, Reizbarkeit, Wutausbrüche, Konzentrationsschwierigkeiten, übermäßige Wachsamkeit oder übertriebene Schreckreaktionen gelten als Anzeichen eines Traumas. Genauso kann es zu starker, langanhaltender Trauer, Schuldgefühlen und Überlebensschuld, einem schwachen Selbstwertgefühl und Impulsivität führen.

Vermehrt treten Posttraumatische Belastungsstörungen komorbid in Begleitung anderer psychischer Störungen auf. Dazu gehören depressive Störungen, Angststörungen, somatoforme oder psychosomatische Störungen und Suchterkrankungen, sowie ein erhöhtes Suizidrisiko. Gerade Hilf- und Hoffnungslosigkeit und pessimistische Einschätzungen der Zukunft lassen die Selbstmordrate bei Flüchtlingen in die Höhe schießen. Er kann außerdem zu einer andauernden Änderung der Persönlichkeit kommen.

In der Behandlung muss deshalb sensibel verfahren werden, die Krankheit darf nicht pathologisiert werden, da sie hochindividuell ist. Auch darf dem Patienten nicht das Gefühl gegeben werden, inadäquat oder „verrückt“ zu sein. Die ideale Traumatherapie lässt sich daher in drei Phasen teilen: Stabilisierung,  Traumakonfrontation und –bearbeitung und Integrationsphase. Die Dauer der Therapie ist nicht einschätzbar. Eine zu frühe Konfrontation der Ereignisse kann etwa zur erneuen Destabilisierung des Klienten oder der Klientin führen.

Wichtiger Grundbaustein einer erfolgreichen Therapie ist der Aufbau einer tragfähigen, therapeutischen Beziehung mit dem Behandelnden. Dies ist besonders bei Klientinnen, die durch menschliche Gewalt traumatisiert wurden oder die Ablehnung durch VertreterInnen deutscher Institutionen erfahren haben eine Herausforderung.

Zunächst wird dem Klienten ein Rahmen für Narration geschaffen. Es muss dabei beachtet werden, dass der Therapeut eine therapeutische Haltung beibehält, sich auch Misstrauen aussetzen und sich testen lassen muss. Die Kommunikation zwischen Therapeut und KlientIn muss gewährleistet sein. Dabei wichtig: Erlebtes darf, muss aber nicht ausgesprochen werden. Der Therapeut tritt stellvertretend für Zeugenschaft und Anerkennung ein, würdigt das Erlebte durch das Gespräch darüber. Der Klient muss auch sozial stabilisiert werden. Ein ganzheitliches Vorgehen wird verlangt, so dass auch eine Kooperation mit SozialarbeiterInnen und anderen Fachkräften geleistet werden sollte.

Flüchtlinge erfahren oft ausgeprägte Gefühle der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins. Ihre Autonomie muss deshalb in der Therapie besonders gewürdigt werden. Gemeinsam muss eine Neuorientierung und Psychoedukation durchgeführt werden. Auch die Suizidprophylaxe muss in besonderen Fokus genommen werden. Eine Stärkung der förderlichen Netzwerke des Klienten ist außerdem ein Ziel.

Erst nach einer ausreichenden Stabilisierung kann es dann zu Schritt zwei, der Traumabearbeitung kommen. Hierbei ist behutsam vorzugehen, denn eine zu frühe oder zu intensive Auseinandersetzung mit dem Ursprung des Traumas kann bei den Klienten einen Rückfall in Muster der Instabilität bedeuten. Ziel der Traumabewältigungsphase ist eine sinnvolle Zusammenführung isolierter Erinnerungsbilder, Gefühle, Körperempfindungen und Gedanken und deren Verarbeitung.

Zuletzt ist die Integration des Geschehenen in die Lebensgeschichte des Klienten vorgesehen. Es muss verstanden werden, dass die traumatische Erfahrung nicht auf die gesamte Existenz  verallgemeinert werden kann. Der Klient soll ein positives Selbst- und Weltbild zurückgewinnen, um so seine Energien auf die Gegenwart und die Zukunft richten zu können.

Weitere wichtige Verhaltensweisen sind kritisch im Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen. Rollen und Grenzen der Zusammenarbeit müssen einschätzbar und zuverlässig sein. Es muss Ruhe und Sicherheit vermittelt werden, sowie eine klare Orientierung in der Gegenwart hergestellt werden.

Zuletzt ist es auch wichtig für den Therapeuten selbst, bei Kräften zu bleiben, und sich nicht persönlich von dem Berichteten beeinträchtigen zu lassen. So sollte man sich die Schilderungen nie bildlich vorstellen und sie am Abend bewusst bei der Arbeit lassen. Zu kollegialer Intervision, Supervision und Coaching wird angeraten. Zuletzt ist es, wie immer, ratsam, sich einen angemessenen Ausgleich in Form sozialer Kontakte oder Sport in der Freizeit zu schaffen. Denn der negative Einfluss, den die Zeugenschaft grausamer Erlebnisse auf die eigene Psyche haben kann, sollte vom Therapeuten nicht unterschätzt werden. Erst, wenn alle Beteiligten mit positivem Ausblick aus der Traumatherapie gehen, kann diese als erfolgreich betrachtet werden.

Auch das ZiFF bleibt nicht unberührt von diesem hochspannenden Thema. Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Kursseite Traumafachberater / Traumapädagoge (DeGPT/BAG) oder sprechen Sie uns an!

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Kongress Speisekarte für die Therapie 2016

Zum Nachlesen und -schmecken laden wir Sie herzlich ein, die Skripte und Videos zu genießen. Sie erhalten in zahlreichen Vorträgen mit einem Blick über den Tellerrand hinweg einen Ausblick auf die aktuelle Forschungslage in verschiedenen Professionen. Wir hatten für Sie ein 9-Gänge Menü zusammengestellt, welches Sie ganz nach Ihrem Geschmack nachschmecken können. Wir wünschen einen guten Appetit!

Nachlese

Die neuen Menü Variationen:

In einem der ältesten Fortbildungszentren Deutschlands traf traditionelle Therapie auf moderne und vielfältige Entwicklungen. Die Speisekarte für die Therapie nahm die Teilnehmer mit auf eine kulinarische Reise. Immer wieder kreierten unsere Dozenten neue Geschmackserlebnisse ….

Programm, Skripte und (bald) Videos des Kongresses vom 07. Juli 2016

Entrée Anmeldung/Stehkaffee

Appetizer Begrüßung
Dr. med. Ulrich Kohns, Uli Masuhr & Birgit Pammé

Antipasti
Welche Nahrung braucht das Hirn?
Prof. Dr. (BRA) Nelson F. Annunciato
Skript „Welche Nahrung braucht das Hirn?“

Piatto unico
Welche Zutaten braucht Entwicklung und Therapie
Dr. med. Ulrich Kohns
Skript „Welche Zutaten braucht Entwicklung und Therapie“

Espresso – Pause

Sorbet
Behandlungsplanung
Sabina Sell-Krude
Skript „Behandlungsplanung“

Testverfahren
Alexandra Weinreich
Skript „Testverfahren“

Primo piatto
1. Schnuppergang – Workshop
Erscheinungsbilder/Therapieansätze
„Bobath versus SI“ (Karin Hirsch-Gerdes, Alexandra Weinreich)
„Voraussetzungen zum Lesen & Schreiben“ (Birgit Pammé, Katharina Worm-Pes)
„Kindeswohlgefährdung“ (Heike Pöppinghaus)
„Auditive Verarbeitungsstörung – AVWS“ (Ortrud Koepe)
„Marburger Konzentrationstraining – MKT“ (Uta Theiling)

Mangiare – Mittagessen im Haus

Secondo piatto
2. Schnuppergang – Workshop
Erscheinungsbilder/Therapieansätze
„Kinder psychisch kranker Eltern“ (Kathrin vom Hoff)
„Was ist Dyskalkulie“ (Thomas Brück)
„Schnupperstunde Affolter“ (Sabina Sell-Krude)

Espresso – Pause

Dessert
Der interdisziplinäre Blick über den Tellerrand
Prof. Dr. (BRA) Nelson F. Annunciato,
Kirsten Bejarano-Gerke, Karin Hirsch-Gerdes,
Sabina Sell-Krude & Alexandra Weinreich

Digestif
Dr. med. Ulrich Kohns, Uli Masuhr & Birgit Pammé

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Heute teilen die Leiterinnen der SI Ausbildung, Karin Hirsch-Gerdes und Birgit Pammé zwei Sommer-Tipps mit uns: Sandknete zum selber herstellen und eine Aktivität zur Förderung der Feinmotorik in Verbindung mit Grobmotorik. Endlich sind […] mehr »
neue Fortbildung Im Arbeitsalltag werden Ergotherapeuten immer wieder mit Patienten mit neuropsychologischen Auffälligkeiten konfrontiert. Aufgrund der Komplexität dieses Gebietes fällt uns die Einordnung und Einschätzung der verschiedenen Störungsbilder schwer. Hier ist ein […] mehr »
Kongress 2016 sold out Am 07. Juli 2016 findet der Kongress 2016 vom ZiFF und dem Kinderschutzbund Essen statt. Alle Infos zum Programm und der Anmeldung: Kongress 2016 mehr »
neue Ausbildung Das ZiFF bietet gemeinsam mit der Traumatherapeutin Kathrin Boger die Ausbildung zum Traumafachberater / Traumapädagoge an. Die Ausbildung besteht aus 8 Bausteinen die auch unabhängig voneinander buchbar sind. Die Arbeit […] mehr »
neue Fortbildung -Befundaufnahme und erste Behandlungsansätze- Im Arbeitsalltag werden Ergotherapeuten immer wieder mit Patienten mit neuropsychologischen Auffälligkeiten konfrontiert. Aufgrund der Komplexität dieses Gebietes fällt uns die Einordnung und Einschätzung der verschiedenen Störungsbilder […] mehr »
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