Ein Handgelenksböckli ist ein einfaches therapeutisches Hilfsmittel zur Positionierung, Mobilisation und funktionellen Übung des Handgelenks. Es kann insbesondere in der Ergotherapie, in der neurologischen Rehabilitation und in der Handrehabilitation eingesetzt werden. Durch die verstellbare Höhe lässt sich das Handgelenk in unterschiedliche Winkelstellungen bringen. Dadurch kann das Hilfsmittel an Beweglichkeit, Belastbarkeit und therapeutisches Ziel angepasst werden.
Handgelenksböckli als therapeutischer Praxisimpuls
Das Handgelenksböckli kann genutzt werden, um Hand und Unterarm in eine definierte Ausgangsstellung zu bringen. Dies kann helfen, eine funktionelle Handstellung vorzubereiten und anschließende Greif-, Halte- oder Feinmotorikübungen zu unterstützen. Je nach Einstellung kann das Handgelenk stärker oder weniger stark in Flexion oder Extension positioniert werden. Dadurch eignet sich das Böckli auch für vorsichtige Mobilisations- und Dehnlagerungen.
Benötigtes Material

Handgelenksböcklis sind zum Beispiel online erhältlich, können allerdings kostspielig sein. Wer über handwerkliches Geschick verfügt oder Unterstützung durch jemanden mit entsprechenden Fähigkeiten hat, kann ein Handgelenksböckli auch selbst bauen. Für ein selbst gebautes Handgelenksböckli werden folgende Materialien benötigt:
- 1 Holzbrett, 20 cm x 10 cm x 3 cm
- 1 Holzbrett, 20 cm x 10 cm x 2 cm
- 1 Stück Rundholz, 10 cm lang, 3 cm Durchmesser
- 1 bis 2 Scharniere
- Klettband und Flauschband
- etwas Polstermaterial für die Auflagefläche von Hand oder Unterarm
- 4 Saugfüße für einen rutschfesten Stand
Im ZiFF werden solche selbst gebauten Handgelenksböcklis seit Jahren erfolgreich in Kursen eingesetzt.
Mögliche Einsatzbereiche
Das Handgelenksböckli kann in unterschiedlichen therapeutischen Situationen eingesetzt werden:
- Lagerung und Positionierung des Handgelenks
- vorsichtige Dehnlagerung in Flexion oder Extension
- Vorbereitung funktioneller Greifaktivitäten
- Übung von Greifformen und Fingerfertigkeit
- Stütz- und Belastungsübungen über die Handfläche
- Training der Handgelenksstabilität
In der neurologischen Rehabilitation kann das Böckli zusätzlich genutzt werden, um eine funktionelle Handstellung anzubahnen, Muskelspannung zu regulieren und Belastung über die Hand vorzubereiten.
Bedeutung der verstellbaren Höhe
Das Rundholz dient als Abstandshalter zwischen den beiden Brettern. Durch Umsetzen des Rundholzes kann der Winkel verändert werden.
- Ein flacher Winkel ermöglicht eine geringere Dehnung oder Belastung.
- Ein steilerer Winkel ermöglicht eine stärkere Dehnung oder eine stärkere Handgelenksextension.
So kann das Hilfsmittel individuell an die Beweglichkeit, die Belastbarkeit und das Therapieziel angepasst werden.
Typische Ziele in der Handrehabilitation
Der Einsatz eines Handgelenksböcklis kann verschiedene Ziele der Handrehabilitation unterstützen:
- Verbesserung der Beweglichkeit des Handgelenks
- Erhalt des Bewegungsausmaßes
- Förderung einer funktionellen Handstellung
- Vorbereitung von Greiffunktionen
- Verbesserung der Belastungsfähigkeit der Hand
- Vorbeugung von Kontrakturen
Also Einkaufliste schreiben und loslegen:

Hinweis zur fachlichen Einordnung
Zum speziellen Hilfsmittel „Handgelenksböckli“ gibt es nur wenige wissenschaftliche Veröffentlichungen. Die Nutzung lässt sich jedoch fachlich aus handtherapeutischen Prinzipien ableiten: Das Böckli unterstützt eine definierte Positionierung, ermöglicht Training von Flexion und Extension und kann funktionelle Greifaktivitäten vorbereiten. In der Praxis wird es häufig als kostengünstige Eigenkonstruktion genutzt, weil Winkel und Belastung einfach angepasst werden können.
Fazit: Ein einfaches Hilfsmittel für Handgelenk und Greiffunktion
Ein Handgelenksböckli kann ein hilfreiches therapeutisches Hilfsmittel sein, wenn das Handgelenk positioniert, mobilisiert oder funktionell vorbereitet werden soll. Besonders sinnvoll ist der Einsatz, wenn die Winkelstellung individuell angepasst und mit konkreten Greif-, Halte-, Stütz- oder Feinmotorikübungen verbunden wird.
Fachlich vertiefen
Der Umgang mit dem Handgelenksböckli und weitere handtherapeutische Ansätze kann im Kurs Manualtherapeutische Techniken der oberen Extremitäten gezielt vertieft werden. Der Kurs ist auch unabhängig von der Reihe buchbar und eignet sich sehr gut für einen Quereinstieg.
Dieser Praxisimpuls stammt von Steffi Glöß und Heike Zastrow, den Leiterinnen der zertifizierten Handrehabilitationsreihe
(DGfHR – Deutsche Gesellschaft für Handrehabilitation e. V.) im ZiFF.

Steffi Glöß
Bobath-, Manual- und Fachphysiotherapeutin, Berlin
Heike Zastrow
Hand- & Ergotherapeutin, Brandenburg
