ZiFF-Tipp: "Dich hatte ich mir..." | ZiFF-Fortbildungen

Der ZiFF-Tipp stellt die Graphic Novel „Dich hatte ich mir anders vorgestellt“ von Fabien Toulmé vor. Das Buch ist im Avant Verlag erschienen und beschäftigt sich mit dem Erleben von Eltern, die ein besonderes Kind bekommen. Die zweite Tochter des Autors wird mit Trisomie 21 geboren. In fein gezeichneten Bildern und sehr ehrlichen Texten beschreibt Fabien Toulmé seine anfängliche Ablehnung, seine Trauer und seinen Schmerz darüber, dass ausgerechnet er ein behindertes Kind hat. Gleichzeitig schildert er sehr anrührend seine Annäherung an dieses besondere Kind.

 

Ein persönlicher Zugang zum Erleben von Eltern

Auf einigen Seiten wird auch auf die Entstehung der Trisomie 21 und auf medizinische Fakten eingegangen. Für Fachleute bietet dieser Teil keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse. Besonders eindrücklich ist jedoch der persönliche Einblick in das Erleben von Eltern, die sich mit der Behinderung ihres neugeborenen Kindes auseinandersetzen müssen. Die Darstellung als Graphic Novel trägt dazu bei, dass dieses Erleben sehr nah und unmittelbar erfahrbar wird.

Warum dieser Literaturtipp für die Therapie bedeutsam ist

Kinder mit Trisomie 21 oder anderen Entwicklungsbesonderheiten können in die Therapie kommen. Für therapeutische Fachkräfte kann es hilfreich sein, nicht nur das Kind, sondern auch die Geschichte und das Erleben der Eltern im Blick zu behalten. Das Buch kann dazu beitragen, die Perspektive der Eltern besser zu verstehen und sie in der therapeutischen Begleitung bewusster zu beachten.


Fachliche Einordnung

Der Literaturtipp eignet sich besonders für Fachpersonen, die in der Ergotherapie, in pädiatrischen Arbeitsfeldern oder in der Begleitung von Familien tätig sind. Im Mittelpunkt steht nicht die Vermittlung medizinischer Fakten, sondern das Verständnis für emotionale Prozesse, die Eltern nach der Geburt eines besonderen Kindes durchlaufen können.

Fazit: Elternperspektiven besser verstehen

Dieser Literaturtipp eröffnet einen persönlichen Blick auf das Erleben von Eltern, die ein besonderes Kind bekommen. Gerade für therapeutische Fachkräfte kann diese Perspektive wertvoll sein, um Eltern in ihrer Geschichte besser wahrzunehmen und begleiten zu können. Die besondere Form der Graphic Novel macht den inneren Prozess des Autors anschaulich und berührend nachvollziehbar.


Fachlich vertiefen

Im Kurs Elternarbeit – Umgang mit Eltern schauen Sie aus verschiedenen Perspektiven auf die Interaktion zwischen Therapeuten und Eltern. Hierbei sollen sowohl die eigene Wirksamkeit reflektiert als auch der individuelle „Stil“ unterstützt werden.

Dieser Literaturtipp stammt von Sabina Sell-Krude. Sie ist Ergotherapeutin, inzwischen im wohlverdienten Ruhestand und war viele Jahre Dozentin für Affolter und Sensorische Integration (DGfSI) im ZiFF.

Sabina Sell-Krude
Ergotherapeutin BcOT

(ursprünglich 2016 veröffentlicht, 2026 redaktionell überarbeitet)

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