ZiFF-Tipp: Körperschema spielend fördern| ZiFF-Fortbildungen

Das Körperschema ist in der therapeutischen Arbeit mit Kindern immer wieder eine wichtige Herausforderung. Es beschreibt das Wissen, Spüren und Empfinden der eigenen Körperteile. Insbesondere die taktilen und kinästhetisch-propriozeptiven Basissysteme sind eine wichtige Grundlage für die Ausbildung eines adäquaten und altersentsprechenden Körpergefühls. Neben der Reizaufnahme und Verarbeitung von Reizen kann auch das faktische Wissen über Körperteile gezielt erarbeitet werden.


Körperschema als therapeutischer Praxisimpuls

Um das Wissen über Körperteile zu unterstützen, kann eine selbst hergestellte Körperpuppe eingesetzt werden. Sie macht einzelne Körperteile sichtbar, greifbar und wiederholt nutzbar. Dadurch können Kinder Körperteile benennen, zuordnen und in einen Zusammenhang mit dem eigenen Körper bringen. Die Puppe bietet einen anschaulichen Zugang, der sich gut in therapeutische oder pädagogische Angebote einbinden lässt.

Materialien für die Körperpuppe

  • feste Pappe oder Karton
  • Stifte oder Farben zum Anmalen
  • Folie zur Stabilisierung
  • Klettband zum Verbinden der Körperteile
  • Ausmalbilder zum Thema Körperteile
  • Bilder mit Männchen, auf denen einzelne Körperteile ergänzt werden müssen

So wird die Körperpuppe vorbereitet

  • Eine feste Pappe oder ein Karton wird als Grundform vorbereitet.
  • Der Körper wird aufgemalt und gestaltet.
  • Zur Stabilisierung wird die Pappe mit Folie beklebt.
  • Einzelne Körperteile können ausgeschnitten oder ergänzt werden.
  • Mit Klettband lassen sich die Körperteile miteinander verbinden.
  • Ergänzend können Ausmalbilder oder Vorlagen mit Körperteilen genutzt werden.

Warum die Methode therapeutisch sinnvoll ist

Die Arbeit mit einer Körperpuppe verbindet Anschauen, Benennen, Zuordnen und Handeln. Kinder können Körperteile konkret erfassen und diese wiederholt in Beziehung zum eigenen Körper setzen. Die Methode unterstützt das Wissen über Körperteile und kann ergänzend zur Arbeit an taktiler, kinästhetischer und propriozeptiver Verarbeitung eingesetzt werden. Dadurch entsteht ein praktischer Zugang zum Thema Körperwahrnehmung und Körpergefühl.

Für wen eignet sich die Körperpuppe?

Die Körperpuppe eignet sich für die therapeutische und pädagogische Arbeit mit Kindern, besonders wenn das Wissen über Körperteile, Körpergefühl oder Körperschema gezielt unterstützt werden soll. Sie kann in der Ergotherapie, in der SI-orientierten Arbeit und in alltagsnahen Fördersituationen eingesetzt werden.

Fazit: Körperteile sichtbar und begreifbar machen

Eine selbst hergestellte Körperpuppe ist eine einfache und anschauliche Therapieidee, um das Wissen über Körperteile zu erarbeiten. Sie verbindet visuelle Orientierung, Handlung und wiederholtes Benennen. Gerade bei Kindern, für die das Körperschema eine Herausforderung darstellt, kann die Puppe helfen, Körperteile besser wahrzunehmen, zuzuordnen und sprachlich zu erfassen.

Fachlich vertiefen

Themen wie Körperschema, Körpergefühl, taktile und kinästhetisch-propriozeptive Verarbeitung sowie Sensorische Integration werden insbesondere im Bereich Sensorische Integration fachlich aufgegriffen und praxisnah vertieft. Unsere Körperschemapuppa kan man im SI 1 Einführungskurs kennenlernen.


Dieser Praxisimpuls stammt von Birgit Pammé und Karin Hirsch-Gerdes aus der SI-Ausbildung im ZiFF:

Birgit Pammé
SI-Lehrtherapeutin und Bobath-Ergo-Lehrtherapeutin, DKSB Essen

Karin Hirsch-Gerdes
SI-Lehrtherapeutin und Bobath-Ergo-Lehrtherapeutin, Haus der Ergotherapie

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