ZiFF-Tipp: Vibrierendes Spielzeug | ZiFF-Fortbildungen

Vibrationsreize können in der Therapie gezielt eingesetzt werden, um den Aufbau von Eigenaktivität, den Muskeltonus sowie die Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung von Kindern zu unterstützen. Gerade bei Kindern mit beeinträchtigter Eigenaktivität oder reduzierter Wahrnehmungsverarbeitung können vibrierende Spielzeuge und Gegenstände motivierend sein. Sie bieten einen klar spürbaren Reiz und lassen sich, therapeutisch abgestimmt, auch außerhalb der Therapie als ergänzende Anregung nutzen.

Vibrationsreize als therapeutischer Praxisimpuls

Vibrierende Materialien können Kinder ansprechen, weil sie unmittelbar spürbar sind. Sie können zur Stimulation im Gesichtsbereich, an den Händen, an den Füßen oder zur Eigenwahrnehmung genutzt werden. Geeignet sind zum Beispiel elektrische Zahnbürsten, bei denen sich auf das Metallende auch andere Gegenstände als die vorgesehene Bürste stecken lassen. Dadurch kann der Vibrationsreiz gezielt eingesetzt werden. Kinder können die Vibration auch in der Hand spüren und darüber mehr Aktivität zum Festhalten entwickeln.

Mögliche Materialien und Spielzeuge

Als Anregung eignen sich verschiedene vibrierende Spielzeuge und Alltagsgegenstände. Dazu können zum Beispiel gehören:

  • elektrische Zahnbürsten
  • vibrierende Greiflinge für kleinere Kinder
  • vibrierende Igel
  • vibrierende Bälle 
  • vibrierende Massage-Käfer

Ein vibrierender Greifling kann zum Beispiel neben ein Kind gelegt werden, auf die Wickelunterlage oder auf die Matratze. So kann das Kind die Vibration über die Unterlage und darüber den eigenen Körper besser spüren. Ein  Wakkelpudding Massagegerät ist auch eine Möglichkeit.


Vibration, Atmung und Hypotonie

Ein weiteres Thema bei Kindern mit Hypotonie kann die Atmung sein. Bei reduzierter Muskelaktivität und geringer Bewegung kann die eigene Atmung beeinträchtigt sein. Vibrierende Spielzeuge wie ein vibrierender Ball können spielerisch auf den Brustkasten des Kindes gelegt werden. Dadurch kann ein sanfter Reiz im Bereich des Thorax entstehen, den Kinder häufig als angenehm erleben. Auch ein vibrierender Massage-Käfer kann hierfür eingesetzt werden, wenn er zur jeweiligen Situation, zum Kind und zum therapeutischen Ziel passt.

Hinweis zur Anwendung

Vibrationsreize sollten gezielt und aufmerksam eingesetzt werden. Entscheidend ist, dass Material, Dauer und Intensität zum Kind und zur therapeutischen Zielsetzung passen. Besonders bei Kindern mit Atemthemen, erhöhter Infektanfälligkeit oder deutlichen Tonusveränderungen sollte der Einsatz therapeutisch abgestimmt werden.

Fazit: Vibration als motivierender Reiz

Vibrierendes Spielzeug kann ein hilfreicher Praxisimpuls sein, um Eigenaktivität, Muskeltonus, Wahrnehmung und Atmung therapeutisch anzusprechen. Der besondere Vorteil liegt im hohen Aufforderungscharakter: Die Vibration ist direkt spürbar, kann Kinder motivieren und lässt sich mit unterschiedlichen Materialien und Spielsituationen verbinden.


Fachlich vertiefen

Themen wie Bobath-Konzept, Physiotherapie, Sensorik, Körperwahrnehmung, Muskeltonus, Hypotonie und Sensorische Integration werden in passenden Fortbildungen im ZiFF fachlich aufgegriffen und praxisnah vertieft. Zum Beispiel auch in einem unserer Bobath-Refresher-Kurse.

Dieser Praxisimpuls stammt von Kirsten Bejarano, einer der wissenschaftlichen Leiterinnen, die den Bereich Physiotherapie sowie den Bobathbereich (DGfBT – Deutsche Gesellschaft für Bobath-Therapie e. V.) im ZiFF betreut:

Kirsten Bejarano
Senior – Bobath – Lehr- und Physiotherapeutin

(ursprünglich 2016 veröffentlicht, 2026 redaktionell überarbeitet)

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