ZiFF-Tipp: Motivieren durch Auspacken | ZiFF-Fortbildungen

Motivation beim Kind ist eine wichtige Grundvoraussetzung jeder Therapie. Nur bei entsprechender Motivation von Seiten des Kindes ist ein therapeutischer Erfolg und das Erreichen der Ziele möglich. Um die Motivation beim Kind zu erhöhen, kann es hilfreich sein, Materialien oder Spielangebote einzupacken. Das Auspacken weckt Neugier, schafft Spannung und macht den Einstieg in eine therapeutische Aufgabe oft leichter.

Auspacken als therapeutischer Praxisimpuls

Viele Kinder kennen die Freude am Auspacken von Geschenken, etwa zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Diese Spannung lässt sich auch in der Therapie nutzen. Materialien können zum Beispiel in einen Gefrierbeutel oder in eine Haushaltsrolle eingepackt und mit Tesakrepp fest verklebt werden. Das Kind kann das Material anschließend gemeinsam mit dem Therapeuten auspacken.

Was beim Auspacken gefördert werden kann

Beim Auspacken können taktil-kinästhetische Spürinformationen vermittelt und zugleich verschiedene feinmotorische Aspekte angesprochen werden.

Die Aktivität unterstützt unter anderem:

  • taktil-kinästhetische Spürinformationen
  • Feinmotorik
  • Hand-Hand-Koordination
  • Hand-Auge-Koordination
  • gegenläufige Arm-Hand-Bewegungen
  • Kraftdosierung
  • Fingerfertigkeit
  • Konzentration
  • Aufmerksamkeit
  • Handlungsplanung

Dadurch wird aus einer einfachen Handlung ein vielseitiger therapeutischer Impuls, der Wahrnehmung, Bewegung, Koordination und Planung miteinander verbindet.

Alufolie als besonderes Material

Sehr ansprechend und motivierend kann auch Alufolie sein. Sie glitzert, erzeugt ein besonderes Geräusch und fühlt sich auf der Haut anders an als Papier. Auch die Wärmeleitung unterscheidet sich deutlich. Zusammengeknüllt wird Alufolie fest und „schruppig“ auf der Haut. Dadurch können besondere taktile und sensorische Erfahrungen entstehen.

Hinweis zur Anwendung

Das Ein- und Auspacken kann mit unterschiedlichen Materialien und Spielangeboten umgesetzt werden. Wichtig ist, dass das Verpackungsmaterial zum Kind, zum therapeutischen Ziel und zur jeweiligen Situation passt. Auch außerhalb von Weihnachten oder Geburtstagen kann das Auspacken als motivierender Einstieg in eine therapeutische Aufgabe genutzt werden.


Fazit: Motivation über Neugier und Handlung aufbauen

Das Einpacken von Materialien kann helfen, die Motivation des Kindes zu erhöhen und therapeutische Aufgaben spannender zu gestalten. Gleichzeitig werden beim Auspacken taktil-kinästhetische Spürinformationen, Feinmotorik, Koordination, Kraftdosierung, Aufmerksamkeit und Handlungsplanung angesprochen. So entsteht aus einer einfachen Alltagshandlung ein praktischer Therapieimpuls mit hohem Aufforderungscharakter.

Fachlich vertiefen

Themen wie Feinmotorik, Sensorik, Körperwahrnehmung, Motorik, Sensomotorik, Handlungsplanung und Sensorische Integration werden insbesondere in Fortbildungen aus dem Bereich Ergotherapie und Sensorische Integration fachlich aufgegriffen und praxisnah vertieft.


Dieser Praxisimpuls stammt von Karin Hirsch-Gerdes und Birgit Pammé, den Leiterinnen des Bereiches Ergotherapie und der zertifizierten Kursreihe in Sensorischer Integration (DGfSI – Deutsche Gesellschaft für Sensorische Integration e. V.) im ZiFF.

Karin Hirsch-Gerdes
SI-Lehrtherapeutin und Bobath-Ergo-Lehrtherapeutin, Haus der Ergotherapie

Birgit Pammé
SI-Lehrtherapeutin und Bobath-Ergo-Lehrtherapeutin, DKSB Essen

(ursprünglich 2016 veröffentlicht, 2026 redaktionell überarbeitet)

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